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| Nähe |
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Autor: mindless.warmachine
Stand: 04.10.08 15:36
Kommentare: 14
Zugriffe: 3091
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Wenn man sich selbst nicht als Ganzes sieht, braucht man jemanden der mehr ist als man Selbst! - Ich hasse kuscheln.
by Tom
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"Ich hasse kuscheln!" Das ist natürlich eine generalisierte, zugespitzte Äußerung. Was ich damit sagen möchte ist, dass Nähe in einer Frau-Mann Beziehung, oft als Selbstverständlichkeit eingefordert wird, uns quasi aufgedrängt wird. Ich glaube, dass ein großer Brocken von gemeinsam verbrachter Zeit nicht dem eigentlichen Zusammensein selbst dient, sondern vielmehr das Zusammentreffen mit anderen Menschen verhindern sollte. Kuscheln als Kontrollinstanz, sozusagen. Dieses Phänomen gibt es meiner Meinung nach nicht nur in Beziehungen zwischen Erwachsenen, sondern auch in Mutter-Kind Verhältnissen. Sprösslinge werden mit Zuwendung überhäuft, in der Unselbstständigkeit gebunden, um sie an die eigenen Person zu binden.
mfg
Tom |
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| Ist das schlecht? Für den Menschen als soziales Wesen gehört es doch zum natürlichen Verhalten, Bindungen herzustellen und zu festigen. Da Kuscheln für gewöhnlich nur in positiven Beziehungen vorkommt, ist das für mich nicht nur eine wichtige Geste, sondern auch ein sehr positives Zeichen dafür, dass eine Beziehung symbiotischer Natur ist... |
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Allein schon das Wort "Bindung" impliziert für mich eine einseitige, wenn auch bewusst freiwillige, Abhängigkeit. In meinem Empfinden stecken in so vielen zwischenmenschlichen Beziehungen Zwänge. Zwänge die verhindern, einengen und Misstrauen schaffen.
Wir sind geprägt von der Angst verlassen zu werden. Genau diese Angst scheint uns dazu zu zwingen, in einer Beziehung ein ständig gleich bleibendes Gefühl von Harmonie und Glück zu suggerieren, um sich nicht einer veränderten Emotionalität stellen zu müssen.
Der Mensch braucht Nähe, dass ist unumstritten. Jedoch wurde uns zu oft klar gemacht, dass man nur in einer festen Beziehung das nötige Maß an Zuwendung bekommen kann bzw sich dieses nur vom anderen Geschleicht holen kann. Also machen wir uns daran unser Nähebedürfniss langfristig abzudecken durch eine, wie du sie nennst fallen Seraph, "symbiotische Beziehung".
mfg
Tom |
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Ich sehe in einer solchen Bindung dennoch nichts Schlechtes. Wenn sie funktioniert und wirklich "symbiotisch" ist, führt sie auch nicht zu den von dir genannten Problemen.
Ansonsten solltest du dich einer Hippie-Kommune anschließen. Da gibt es keine festen Bindungen und dennoch viel Zärtlichkeit.  |
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Sexuelle Abhängigkeit ist für mich einer der wesentlichsten Punkte bei dieser Auseinandersetzung mit dem Nähebegriff.
Trotzdem "Danke" für deine pointierte Betrachtung ...
mfg
Tom |
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"Allein schon das Wort "Bindung" impliziert für mich eine einseitige, wenn auch bewusst freiwillige, Abhängigkeit. In meinem Empfinden stecken in so vielen zwischenmenschlichen Beziehungen Zwänge. Zwänge die verhindern, einengen und Misstrauen schaffen.
Wir sind geprägt von der Angst verlassen zu werden. Genau diese Angst scheint uns dazu zu zwingen, in einer Beziehung ein ständig gleich bleibendes Gefühl von Harmonie und Glück zu suggerieren, um sich nicht einer veränderten Emotionalität stellen zu müssen.
Der Mensch braucht Nähe, dass ist unumstritten. Jedoch wurde uns zu oft klar gemacht, dass man nur in einer festen Beziehung das nötige Maß an Zuwendung bekommen kann bzw sich dieses nur vom anderen Geschleicht holen kann. Also machen wir uns daran unser Nähebedürfniss langfristig abzudecken durch eine, wie du sie nennst fallen Seraph, "symbiotische Beziehung".
mfg
Tom"
@Tom Ergänzungen zu Deinem Kommentar:
die einzige Grenze ist, es gibt keine Grenzen.
Nicht Armut oder Reichtum machen unglücklich, sondern Verpflichtungen. Freiheit macht glücklich.
Wenn Du dies beachtest, solltest Du den nötigen Rahmen fürs Glücklichsein haben, in welcher Form dies auch immer, wann immer sein mag. |
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In diesem Punkt stimme ich zu hundert Prozent mit dir überein. Nur dieses Problem kann man leider nicht durch ein simples "sich-bewusst-machen" bekämpfen. Wir leben nun mal in einer Welt voller Grenzen, in emotionsverhindernden Gefängnissen, begrenzt durch die Hindernisse Anstand, Moral und Etikette, gegeißelt von der eigenen Wollust und kontrolliert von anderen. Ich denke ein wesentliches Problem ist, dass wir nicht mehr für uns alleine, mit uns alleine zufrieden sein können. Ist man unzufrieden, kann man das leider selten mit einer Kopfentscheidung ändern.
mfg
Tom |
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da sollten wir mal drüber chatten 
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@Tom: Nicht mehr? Das impliziert die Annahme, dass vorher ein anderer Zustand geherrscht haben muss. Gab es zu irgendeinem Zeitpunkt in der Geschichte der Menschheit die Situation, dass der Mensch ohne jegliche Bindung glücklich war?
Ich sehe es eher als Krise, auf die die Menschheit momentan zusteuert - Bindungen werden immer unwichtiger, das Einzelgängertum nimmt zu. Und damit auch damit verbundene psychische Störungen.
Und das alles im Namen der "persönlichen Entfaltungsfreiheit". In meinen Augen sehr bedenklich. Müssen wir denn immer und überall vollkommen "frei" sein? |
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"Geschichte der Menschheit" scheint mir da eine sehr monströse Floskel zu sein. Ich möchte sie gerne umändern in ein "Geschichte eines Menschen". Konkreter vielleicht "deine Geschichte". In diesem Fall kann ich deine Frage nämlich sehr leicht mit einem "Ja" beantworten.
Denn ich nehme an, dass du dich in deiner Wahrnehmung der Realität mit vier, fünf Jahren nur unwesentlich von mir unterschieden hast und daher auch mit dem Moment, der Situation, dem Jetzt (gelebten Gefühl) sehr zufrieden warst! Damals stand die Bedürfnisbefriedigung in der Gegenwart im Vordergrund, heute machen wir unser Glücksgefühl von strategisch-operativen Entscheidungne abhängig. Damals mussten wir den Begriff Freiheit nicht definieren, weil wir der Inbegriff von Freiheit waren!
Im übrigen finde ich es mehr als fahrlässig den Begriff psychische Störungen in so einem grotesken Zusammenhang zu verwenden, political correctness, please 
mfg
Tom |
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| @ Tulpe, jop. sollten wir |
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@Tom: Wärst du mit vier, fünf Jahren als Waise und vollkommen ohne soziale Bindungen glücklicher gewesen? Ich glaube kaum.
Political Correctness? Was hat das mit psychischen Störungen zu tun, die aus dauerhafter Einsamkeit resultieren? |
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@ dieTulpe
<Nicht Armut oder Reichtum machen unglücklich, sondern Verpflichtungen. Freiheit macht glücklich.>
Wir leben nun einmal nicht alleine auf einer Insel (puh - da würden wie ziemlich viele Inseln brauchen!), sondern in sozialen Umfeldern. Die Kunst ist es, die daraus resultierenden Verpflichtungen und Einengungen zu akzeptieren, sich dabei aber trotzdem zu befreien.
Die letzte Strophe in meinem Gedicht "Mit 44 Jahren" lautet:
ich weiß nicht,
ob als bettler, dichter, mönch,
als säufer, dieb, als könig gar
ich einst geboren.
ich weiß nicht:
hab ich mich gemacht?
gezähmt?
gelähmt?
vielleicht schon lang verloren?
ich weiß nur,
daß die viel zu lange zeit
der öden lauen lahmen kompromisse
überwunden ist.
vorbei.
die ketten, die ich trage,
tragen werde,
beweisen mir:
ich werde frei!
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